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Borreliose? Diagnose IV. CD57

ELISA, WesternBlot, LTT welche Diagnosemöglichkeiten gibt es außerdem?

CD57-Test bei chronischer Lyme-Borreliose.

Der CD-57-Test basiert auf der Theorie, dass Borreliose die Immunreaktion bestimmter Zellen unterdrückt. Die zelluläre Immunabwehr wird über CD 57+-NK-Zellwert bestimmt.
Klinische Studien und Fallbeobachtungen deuten darauf hin, dass chronische Borrelieninfektionen mit Veränderungen in der zellulären Immunität auftreten können, die sich in einer Verminderung der sogenannten Natürlichen Killerzellen zeigt.
Ein gesundes Immunsystem hat Werte zwischen 60-360/μl CD 57+-NK-Zellen, ein länger an Borreliose Erkrankter zeigt meist Werte < 60 /μl.
Dieser Test dient auch zur Kontrolle von Therapie und Heilungserfolg: Die CD57-Verminderung besteht so lange, bis durch eine Heilung erreicht ist, nach  einer erfolgreichen Therapie steigen die Werte dieser Killerzellen wieder an. -keine Kassenleistung

Für die  Borrelien-Kultur wird die Untersuchungsprobe – Hautgewebe, Blut, auch Liquor (Gehirn-/Rückenmarkflüssigkeit), oder  Gelenkflüssigkeit in eine Nährboden oder eine Nährflüssigkeit für Borrelien gebracht in der diese sich vermehren können. So sind sie leicht nachweisbar. Die Erregeranzucht aus Blut oder insbesondere aus Gelenkflüssigkeit ist aber nur selten erfolgreich, aber etwas sicherer als die Anzucht aus Liquor bei früher Neuroborreliose. – keine Kassenleistung

Die Borrelien-PCR
PCR ist ein direkter Erregernachweis über die Suche nach vorhandenem Erregererbgut, bei dem die DNA kopiert werden, um sie später auf verschiedene Weise sichtbar zu machen  – keine Kassenleistung.

Ein positiver Laborbefund beweist nur, dass eine Borrelios stattgefundenen hat, aber nie ob sie aktiv ist, oder eventuell schon Jahre zurückliegt.  Ein negativer Laborbefund schließt aber eine Borreliose niemals sicher aus.

Es ist denkbar, dass die Borrelieninfektion das Immunsystems unterdrückt, respektive die Ausheilung verzögert und behindert. Es ist aber auch möglich, dass manche Menschen von Natur aus über ein schwächeres Immunsystem verfügen, und daher ein erhöhtes Risiko einer chronifizierten Borrelieninfektion haben.

Naturheilverfahren bei Borreliose

Quellen: Institut für Medizinische Diagnostik – Berlin J Lab Med 2007; 31: 149-158
R.B. Stricker, E.E.Winger: Decreased CD57 lymphocyte subset in patients with chronic Lyme disease. Immunology Letters 76; 43-48 (2001)
F. Dressler; H.-I. Huppertz: Lyme-Arthritis, arthritis + rheuma 2/2011
J.J. Burrascano: Fortschritte im Verständnis der Lyme-Krankheit (Advances Topics in Lyme Disease), 15. Ausgabe 2005, ilads.org/files/burrascano_0905.pdf
(B.Wilske et al., Lyme-Borreliose in: Qualitätsstandards in der mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik. Urban&Fischer Verlag, 2000

Borreliose? II. Der LTT -Test

Zeckenbiss = Borreliose?
Es muss nicht immer gleich Borreliose sein, auch wenn es so aussieht. Aber einfach auschließen darf man eine Borrlieninfektion keinesfalls!

Die klassische Labordiagnostik der Lyme-Borreliose beinhaltet serologische Suchtests zum Antikörpernachweis, bei denen IgG- und IgM-Antikörper im ELISA und Western –oder Immunoblot nachgewiesen werden. Der wesentliche Nachteil dieser Stufendiagnostik ist, dass diese Tests nicht die Borrelien direkt, sondern die Antikörper nachweisen, die das Immunsystem gegen Borrelien bildet. Und diese Antikörper bilden sich erst nach 3-4 Wochen. Viel zu spät für eine fundierte Therapie!

 Was nun? LTT?
Der frühestmöglichen Infektionsnachweis ist der  Lymphocytentransformationstest (LTT), der bereits nach 10 Tagen(!) die zelluläre Immunantwort darstellt.
Mit dem LTT  kann eine aktuell aktive Borrelieninfektion bestimmt werden, indem gegen Borrelien sensibilisierte T-Zellen (bestimmte Immunzellen) nachgewiesen werden.Der Test fällt nur dann positiv aus, wenn borrelienspezifische T-Lymphozyten im Blut des Patienten vorhanden sind. Diese zeigen an, dass das Immunsystem zum Zeitpunkt der Untersuchung Kontakt mit Borrelien hat. Über die Höhe der SI-Werte wird der Aktivitätsgrad der Erkrankung angezeigt.

Bei Neuinfektionen ist eine Lymphozytenaktivierung oftmals schon signifikant vor einer Antikörperantwort vorhanden, klingt aber nach Ausheilung einer akuten oder chronischen Borreliose auch schneller wieder ab.

Kontrolle von Therapie und Heilungserfolg
Daher eignet sich der LTT auch zur Beurteilung und Kontrolle von Therapie und Heilung, auch einer persistierender oder rezidivierender Borreliose. Aber auch beim LTT-Borrelien-Test schließt ein negativer Befund eine akute Infektion nicht hundertprozentig sicher aus.

Durchführung
Die Probe des Blutes sollte  nach spätestens 12-24 Stunden ungekühlt beim Labor eintreffen, und wird daher oft über Boten organisiert. Leider wird dieser Test von den gesetzl. Krankenkassen seit 2009 nicht bezahlt. 

weitere Methoden zur Diagnose einer Borreliose

Quellen:F. Dressler; H.-I. Huppertz: Lyme-Arthritis, arthritis + rheuma 2/2011
(B.Wilske et al., Lyme-Borreliose in: Qualitätsstandards in der mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik. Urban&Fischer Verlag, 2000
Institut für Medizinische Diagnostik – Berlin J Lab Med 2007; 31: 149-158
J.J. Burrascano: Fortschritte im Verständnis der Lyme-Krankheit (Advances Topics in Lyme Disease), 15. Ausgabe 2005, ilads.org/files/burrascano_0905.pdf
Immunology Letters 76; 43-48 (2001)
Foto: Novartis Vaccines

Hilfe, eine Zecke hat mich erwischt!

Was nun?

FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecken, sie werden so bei einem Stich sofort übertragen und gelangen so rasch in die Blutbahn des Wirtes.

Die Borrelien dagegen existieren im Mitteldarm der Zecken, und werden daher erst nach 10-24 stündigen Saugen übertragen. Wird die Zecke also rasch entfernt, ist das Übertragungsrisiko der Borreliose-Erreger sehr gering –  je länger die Zecke saugt, desto größer ist das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken!

Wie entferne ich eine Zecke

  • Entfernen Sie die Zecke am besten mit einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte.  Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Haut.
  • Ziehen Sie die Zecke vorsichtig und langsam heraus, wenn Sie sich Zeit (ca. 45-60 sec) dazu lassen, löst sich die Zecke meistens von allein aus der Haut.
  • Achten Sie darauf, die Zecke dabei nicht zu quetschen, denn dadurch pressen Sie eventuelle Erreger aus dem Darm oder Speichel in die Einstichstelle!
  • Desinfizieren Sie die Wunde nach Entfernen der Zecke sorgfältig!
  • Sind Teile der Zecke noch in der Einstichstelle, suchen Sie einen Arzt auf.

Keine Experimente!

Rücken Sie den Parasiten keinesfalls mit Nagellack, Klebstoff oder Öl zu Leibe. In dieser Stresssituation erbrechen die Zecken Ihren Darminhalt direkt in die Stichstelle. Dies kann das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern beschleunigen.

  • Beobachten Sie sich in den nächsten Tagen und Wochen gründlich!

Wanderröte

In vielen Fällen bildet sich bei einer Borrelieninfektion um die Einstichstelle eine kreisförmige Hautrötung, die Erythema migrans, auch Wanderröte. Sie kann nämlich auch an anderen Hautstellen auftreten. Sie ist ein Zeichen der Immunabwehr des Organismus.
Das Erythem muss aber nicht unbedingt auftreten, auch grippeähnliche Symptome oder plötzlich auftretende Gelenkschmerzen können auf eine Borreliose – Infektion hindeuten.

Suchen Sie bei jeglichen ungewohnten Beschwerden Ihren Arzt auf, eine unmittelbar eingeleitete Therapie kann das Schlimmste verhindern!

Übertragung durch andere Insekten

Auch wenn es sich noch nicht überall herumgesprochen hat: Eine Übertragung von Borreliose durch Stiche von Bremsen oder Mücken, eventuell auch über Wespen oder Flöhe ist denkbar.

Borreliose und Kardenwurzel

Zeckenalarm!

Jetzt lauern sie wieder überall:
Die fiesen kleinen Spinnentiere – Zecken!

Schon ein kleiner Stich –  oft unbemerkt –  genügt!
Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt, breiten sich in Europa immer weiter aus, währdend die Diagnose und Behandlung der Borreliose oft schwierig ist.
Es drohen chronische Verläufen mit starken Gelenkbeschwerden und sogar neurologischen Erkrankungen. Zudem können in schweren Fällen Entzündungen von Herzmuskel und Hirnhäuten sowie Lähmungen auftreten.

Wie schütze ich mich?
Ich lasse mich nicht stechen! Vermeidung von Zeckenstichen ist die beste Vorbeugung!
  • Bleiben Sie bei Spaziergängen möglichst auf festen Wegen und meiden Sie Unterholz, hohes Gras und Hautkontakt zu bodennahen Pflanzen.
  • Trotz Sommerhitze: Tragen sie geschlossene Kleidung. Hemden oder Blusen mit langen Ärmeln, Hosen mit langen Beinen. Tragen Sie geschlossene Schuhe, und – auch wenn es albern aussieht –  ziehen Sie die Strümpfe über die Hosenbeine. Wählen Sie helle Kleidung, denn auf dem hellen Stoff lassen sich zumindest erwachsene Zecken leichter ausmachen. (die Nymphen sind noch hell).
  • Tragen Sie ein Zeckenschutzmittel (Repellents) auf!  Ihre  Kleidung allein kann Sie nicht sicher schützen. Die Zecken krabbeln oft stundenlang umher und finden so doch noch leicht einen Schlupfloch zur nackten Haut. Benutzen Sie also zusätzlich ein geeignetes Zeckenschutzmittel! Behandeln Sie Arme und Beine und erneuern Sie den Schutz nach 2 Stunden. Die Stiftung Warentest hat geeignete Mittel geprüft. 
  • Suchen Sie nach dem Aufenthalt im Freien den Körper sorgfältig nach Zecken ab: die Parasiten stechen häufig nicht sofort, und nach dem Stich vergehen mehrere Stunden, bis die Borrelien übertragen werden. Bevorzugte Saugstellen sind am Kopf und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen. Besonders gründlich sollten Sie zwischen also den Beinen, unter den Armen, um den Bauchnabel herum, am Kopf, Haaransatz, Hals und an den Ohren nachsehen. Zecken lieben gut durchblutete weiche Körperstellen. 
  • Untersuchen Sie auch die getragene Kleidung, denn die Zecken können darin  bis zu drei Tage überleben, in der Waschmaschine werden die Parasiten in der Regel  abgetötet.

 Lesen Sie auch:  Zecken richtig entfernen

Borreliose und Kardenwurzel

Die Kardenwurzel

Die Kardenwurzel und Borreliose –    Karde

In den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, wird die Kardenwurzel neuerdings in der Borreliose – Behandlung stark diskutiert.

Die Wilde Karde (lat.: Dipsacus silvestris),  auch Kardendistel genannt , ist in Europa heimisch. Sie ist – wie der Name vermuten lässt – keine Distel, sondern gehört zur Familie der Kardengewächse(dipsacacae).
Die zweijährige Pflanze wächst gerne auf steinigen, stickstoffhaltigen und kalkhaltigen Böden, wie trockenen Schuttböden, Bahndämmen, Ruinen oder Ödland, an Böschungen und Wegrändern, manchmal auch an Waldrändern und in Gebüschen.

Geschichte
bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden die abgeblühten Blütenköpfe der Karde zum Kämmen ungesponnener Wolle und zum Aufrauen von fertig gewebtem Tuch verwendet.

 Pflanzenheilkunde
Die Kardenwurzel ist seit dem 17. Jahrhundert in der Pflanzenheilkunde bekannt, ihre  Wurzel wird seit Jahrhunderten zur Reinigung, Ausleitung und Entgiftung genutzt, und findet auch Anwendung zur Stärkung von Immunsystem und der Verdauung. 
Sie wirkt antibakteriell, blutreinigend, harntreibend, schweißtreibend.

Inhaltstoffe
Gerbstoffe, Bitterstoffe, Iridoide, Saponine, Iridoide und organische Säuren, Inulin, Tannin, Kalisalze, Glykoside (Scabiosid) und andere

Kardenwurzel in der Therapie
Viele Therapeuten befürworten die Kardenwurzel auch zur Linderung bei rheumatischen Erkrankungen, zur Aktivierung des Stoffwechsels und als unterstützendes Lebermittel zur Ausleitung und Entgiftung.

 In seinem Buch „Borreliose natürlich heilen“  berichtet der Buchautor und Ethnologe  Wolf-Dieter Storl über persönliche  Erfahrungen mit der Kardenwurzel bei Borreliose.
Auch  Dr. med. Dietrich Klinghardt verwendet bei Borreliose-Patienten nach der Antibiose zur Ausleitung und Unterstützung u. a. die Kardenwurzel.

Der Heilungserfolg durch Kardenwurzel soll auch über die Immunstimulation erfolgen, eine spezifisch immunstimulierend Wirksamkeit gegen bestimmte Keime wie zum Beispiel Borrelien ist aber nicht wissenschaftlich erwiesen.

Der wesentliche Aspekt in der Borreliose  Behandlung ist aber die Anregung des Leberstoffwechsels und Entgiftung zur Ausleitung der Neurotoxine.

 Lt. dem Mediziner Ritchie C. Shoemaker, sind es nicht die Borrelien, die die verschiedenen Symptome und Beschwerden hervorrufen, sondern die von ihnen ausgeschiedenen Abfallprodukte, die sog. Neurotoxine. Diese Neurotoxine regen die übermäßige Ausschüttung von Zytokinen an. Die Freisetzung von entzündungsfördernde Zytokinen aus Fettzellen ist nach Shoemaker sehr wahrscheinlich die Hauptursache der multiplen Symptome einer chronischen Lyme-Borreliose.*

Kardenwurzel selbst geerntet
Für den Selbstansatz einer Tinktur ist die beste Erntezeit der Wurzeln, je nach Witterung April – bis Mai. Die Pflanze sollte noch keinen Stängel gebildet haben, lediglich die Blattrosetten kann schon sichtbar sein. Laut Aussagen von Pflanzenkundlern seien die Wirkstoffe der Wurzel in dieser Zeit am höchsten.

Achtung:
Die Karde wächst gerne auf Schuttplätzen oder Abräumen an Feldrändern, es ist also höchste Vorsicht geboten, denn für den Laien lässt sich eine eventuelle Belastung des Bodens nicht ausschließen!

Zur Therapie ist die Einnahme einer Tinktur, der Abkochung (Tee) oder die gemahlene Kardenwurzel möglich.

Kardentinktur:
Sinnvoll ist die Einnahme als Tinktur, die nach  Arzneibuchvorschrift oder HAB wird, sie weist den höchsten Gehalt an Wirkstoffen auf. Dies ist eine Voraussetzung  für den Heilungserfolg. Die Herstellung nach DAB oder HAB unterliegt regelmäßigen Kontrollen und Standards, die Wirkstoffmenge ist relativ konstant. Die Kardentinktur wird im freiverkäuflichen Handel als “Essenz” oder „Würze“ angeboten, inhaltlich sind es jedoch vom Prinzip her die gleichen Kräuterauszüge nach Arzneibuchvorschrift. Achten Sie auf Bio-Qualität!

Tinkturen sollten nicht während der Schwangerschaft oder bei Magenschleimhautentzündung angewendet werden!
Verzehrempfehlung: 5 – 30 Tropfen täglich

Die Kardenwurzel Dipsaci radix  als Abkochung

Der Wurzelabsud (Dekokt) der wilden Karde ist die Alternative für Alle, die wegen des Alkoholgehalts keine Tinkturen einnehmen möchten.
Wichtig: Die Wurzeln müssen laut Anweisung aufgekocht werden, ein einfacher Aufguss enthält kaum ausreichend Wirkstoffe! Solche Dekokte finden häufig Anwendung in der TCM und der Phytotherapie.

Die Kardenwurzel als Pulver
Die gemahlene Wurzel der wilden Karde ist die Alternative für Alle, die wegen des Alkoholgehalts keine Tinktur einnehmen möchten. Storl empfiehlt die Anwendung gemischt mit Honig.
Die Kardenwurzel als Pulver eignet sich auch als Gewürz.

*Quelle: Ritchie C. Shoemaker: Residential and Recreational Aquisition of Possible Estuary-Associated Syndrome; A New Approach to Successful Diagnosis and Treatment, Environmental Health Perspktives

Die Gefahr aus dem Unterholz

Der Frühling zieht ins Land.
Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, die Düfte nach zarten Blüten, das erste anmutige Grün. Wir atmen auf und genießen die lauen Lüfte mit Herz und Seele.

Aber mit den Frühlingslüften lauern sie wieder in Wiesen und Gebüsch: Zecken

Schon ab acht Grad Celsius begeben sich die kleinen Spinnentiere auf die „Jagd“.
Als Parasit sind sie auf andere Lebewesen angewiesen, um sich von deren Blut zu ernähren. Als Wirte dienen Warmblüter wie Vögel, Säugetiere aber eben auch wir Menschen!

Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen
Die Zecken sitzen auf  hochgewachsenen Gräsern, im Unterholz, in  Hecken und am Rand von Waldlichtungen. Dort warten sie – oft  über Wochen –, bis ein Warmblüter vorbeikommt. Sie spüren über ein besonderes Sinnesorgan an den Vorderbeinchen, dem Haller´sche Organ, wenn sich ein Opfer nähert. Sie reagieren auf Gerüche (Schweiß), Wärme, plötzlichem Wechsel von Licht- und Schatten, Vibrationen. Passiert ein geeignetes Opfer ihre Sitzplatz, lassen sich einfach abstreifen und heften sich an ihren Wirt.
Zecken lassen sich also nicht – wie oft berichtet –  von einem Baum aus auf einen Menschen fallen lassen, sie können gar nicht  so hoch krabbeln. Die winzigen Larven erklettern eine Höhe von bis zu 25 Zentimeter, Nymphen bis zu 50 Zentimeter und erwachsene Zecken bis zu 1,5 Metern.

Der Stich der Zecke
Hat sie ihr Opfer “geentert”, bohrt sie ihren hochentwickelten Stachel nicht gleich in ihren Wirt, sondern sucht zunächst eine für sie geeignete Stelle, gerne besonders dünne warme Hautstellen wie Kniekehlen, unter den Achseln,  in der Leiste oder bei Hautläsionen.

Sie ritzt die Haut  Ihres Opfers mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) an und  fixiert ihren Stachel mit den zahlreichen kleinen Widerhaken – dem Hyposom – in der Wunde. Gleichzeitig spritzt sie ein betäubendes gerinnungshemmendes Sekret in die Einstichstelle, wie wir es z.B. auch von Mücken kennen; manche Zeckenarten geben sogar einen Klebstoff ab, der sie zusätzlich sichert.

Gefahren durch einen Zeckenstich
Ist die Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann ein eigentlich  harmloser Zeckenstich zur Gefahr für den Menschen werden.

Borreliose
Die Borreliose wird durch eine Infektion mit Bakterien (z.B. Borrelia burgdorferi) verursacht. Die Infektion kann viele Organe befallen und auch einen chronischen Verlauf verursachen.  War die Borreliose in früheren Jahren nur in Bayern, im Schwarzwald und in Österreich und der Schweiz bekannt,  gelten  inzwischen auch Zecken in ganz Deutschland als potentielle Träger dieser gefährlichen Bakterien.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Die FSME (durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung) ist eine Viruserkrankung. Im Gegensatz zu den Borrelien ist die Infektionsrate der Zecken deutlich geringer, jedoch kann eine Übertragung sehr früh nach dem Stich erfolgen.
Die Erkrankung tritt im Gegensatz zur Borreliose regional vor allem in Süddeutschland auf. FSME-Risikogebiete werden jährlich vom Robert-Koch-Institut bekannt gegeben.

Etwa zehn bis 35 Prozent aller Zecken in Europa übertragen Borreliose, bei der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis sind es etwa ein bis fünf Prozent.

Der beste Schutz gegen Borreliose ist das gründliche Absuchen des Körpers und eine möglichst schnelle Entfernung von Zecken.

Da die Diagnose Borreliose vor allem im frühen Stadium sehr unsicher ist, gibt es die Möglichkeit, die Zecken auf Krankheitserreger zu untersuchen, um bei der Therapie nicht unnötig Zeit zu verlieren. Wir vermitteln die Zecken Labor-Untersuchung  auf die Krankheitserreger Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die von einem renommiertem Labor durchgeführt wird.