Borreliose? II. Der LTT -Test

Zeckenbiss = Borreliose?
Es muss nicht immer gleich Borreliose sein, auch wenn es so aussieht. Aber einfach auschließen darf man eine Borrlieninfektion keinesfalls!

Die klassische Labordiagnostik der Lyme-Borreliose beinhaltet serologische Suchtests zum Antikörpernachweis, bei denen IgG- und IgM-Antikörper im ELISA und Western –oder Immunoblot nachgewiesen werden. Der wesentliche Nachteil dieser Stufendiagnostik ist, dass diese Tests nicht die Borrelien direkt, sondern die Antikörper nachweisen, die das Immunsystem gegen Borrelien bildet. Und diese Antikörper bilden sich erst nach 3-4 Wochen. Viel zu spät für eine fundierte Therapie!

 Was nun? LTT?
Der frühestmöglichen Infektionsnachweis ist der  Lymphocytentransformationstest (LTT), der bereits nach 10 Tagen(!) die zelluläre Immunantwort darstellt.
Mit dem LTT  kann eine aktuell aktive Borrelieninfektion bestimmt werden, indem gegen Borrelien sensibilisierte T-Zellen (bestimmte Immunzellen) nachgewiesen werden.Der Test fällt nur dann positiv aus, wenn borrelienspezifische T-Lymphozyten im Blut des Patienten vorhanden sind. Diese zeigen an, dass das Immunsystem zum Zeitpunkt der Untersuchung Kontakt mit Borrelien hat. Über die Höhe der SI-Werte wird der Aktivitätsgrad der Erkrankung angezeigt.

Bei Neuinfektionen ist eine Lymphozytenaktivierung oftmals schon signifikant vor einer Antikörperantwort vorhanden, klingt aber nach Ausheilung einer akuten oder chronischen Borreliose auch schneller wieder ab.

Kontrolle von Therapie und Heilungserfolg
Daher eignet sich der LTT auch zur Beurteilung und Kontrolle von Therapie und Heilung, auch einer persistierender oder rezidivierender Borreliose. Aber auch beim LTT-Borrelien-Test schließt ein negativer Befund eine akute Infektion nicht hundertprozentig sicher aus.

Durchführung
Die Probe des Blutes sollte  nach spätestens 12-24 Stunden ungekühlt beim Labor eintreffen, und wird daher oft über Boten organisiert. Leider wird dieser Test von den gesetzl. Krankenkassen seit 2009 nicht bezahlt. 

weitere Methoden zur Diagnose einer Borreliose

Quellen:F. Dressler; H.-I. Huppertz: Lyme-Arthritis, arthritis + rheuma 2/2011
(B.Wilske et al., Lyme-Borreliose in: Qualitätsstandards in der mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik. Urban&Fischer Verlag, 2000
Institut für Medizinische Diagnostik – Berlin J Lab Med 2007; 31: 149-158
J.J. Burrascano: Fortschritte im Verständnis der Lyme-Krankheit (Advances Topics in Lyme Disease), 15. Ausgabe 2005, ilads.org/files/burrascano_0905.pdf
Immunology Letters 76; 43-48 (2001)
Foto: Novartis Vaccines

Ein Gedanke zu „Borreliose? II. Der LTT -Test

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